Art des Einsatzes: Verpflegung diverse Einsatzkräfte über mehrere Tage
Ort: Wesselburen
Zeit der Alarmierung: 29.08.2023, 12:02 Uhr
Im Einsatz für das DRK Albersdorf: diverse Einsatzkräfte über mehrere Schichten mit den Fahrzeugen Gerätewagen Betreuung HEI KS 846, Mannschaftstransprotwagen Betreuung und Ortsvereins-Kombi.
3 Tage - Leben in der Lage
Am 29.08. ging es richtig rund im Kreis Dithmarschen. Vollalarm für alle Kräfte, Silobrand mit Einsturz- bzw. Explosionsgefahr. Was war passsiert? In Wesselburen war der Inhalt eines 40 Meter hohen Siloturms in Brand geraten. Binnen kürzester Zeit stiegen die Temperaturen erheblich an, sodass ein Einsturz oder eine Verpuffung nicht auszuschließen waren. Die Evakuierung umliegender Straßenzüge wurde angeordnet.
Damit wurden auch die Einsatzkräfte der DRK alarmiert, die SEG Betreuung und Rettung rückten groß aufgestellt aus, um die Evakuierung zu begleiten und einen Betreuungsplatz einzurichten. Auch Kräfte aus angrenzenden Kreisen rückten an. An dieser Stelle gehen Grüße raus an das DRK Nordfrieslend, danke für eure tatkräftige Unterstützung!
Die SEG begannen sofort damit, Zelte zu bauen und ein Raum am Kohlosseum wurde als Aufenthaltsraum hergerichtet. Die Evakuierung konnte zum Glück recht schnell wieder aufgehoben werden, weil die Einsatzkräfte der zahlreichgen Feuerwehren die Einsturzgefahr des Gebäudes zügig eindämmen konnten.
Nun ging es in den "Long Run", denn ein Feuer dieser Dimension (Vollbrand / Feuer 6) löscht man nicht mal eben ab und geht nach Hause. Aus dem ganzen westlichen Schleswig-Holstein rückten Wehren und auch das THW an, um der Lage Herr zu werden, immer wieder mussten Kräfte ausgetauscht werden, zumal die Wehren ja noch in ihren eigenen Revieren die Sicherheit der Bevölkerung gewährleisten mussten. Zeitweilig waren bis zu 300 Einsatzkräfte vor Ort. Das DRK Nordfriesland hatte Zelte als Ruheräume für erschöpfte Einsatzkräfte errichtet und die Ortsvereine Heide, St. Michel und Albersdorf stellten in Wechselschichten die Einsatzverpflegung sicher. Nach jeder Schicht mussten natürlich unsere Utensilien gereinigt werden und wir mussten sofort die Einsatzbereitschaft unserer Fahrzeuge wiederherstellen, denn der Regeldienst ist ja nicht weg, nur weil man auf einem besonderen Einsatz ist. Die Schichten waren lang und zäh, aber wir haben es gepackt.
Oft, wenn wir die Feuerwehren in den Einsatz begleiten, geht es ja darum, schnell etwas Warmes zu Essen und etwas Heißes und Kaltes zu Trinken bereitzustellen, doch dieser Einsatz forderte ein erhebliches "Mehr!" an Aufwand. Die Gerätewagen Betreuung waren abwechselnd im Einsatz, mehrfach "überfielen" wir den Lebensmitteldiscounter am Platz und räumten die Regale meterweise ab. Zeitweise ging Henrik mit Palettenhubwagen nochmal eben einen halben Kubikmeter Kaltgetränke holen. Ihr kennt Loriots Papa ante Portas? "Guten Tag. Mein Name ist Lohse. Ich kaufe hier ein."
Mit großem persönlichen Einsatz machten sich unsere Helfer daran, den vielen Einsatzkräften vor Ort eine möglichst abwechlungsreiche Verpflegung rund um die Uhr anzubieten und wir gewannen den Eindruck, dass eben das auch recht gut gelang. Es gab Eintöpfe, Würstchen, Bratwurst, Salate, Schnitzel, Geschnetzeltes, Brötchen, Obst, Süßigkeiten, Kleinsnacks, ein Dutzend verschiedene Getränke und sogar ein Geburtstagstellerchen für einen Feuerwehmann haben wir hergerichtet. Die Kameradinnen und Kameraden der Ortsvereine Heide, St.Michel und Albersdorf standen Seite an Seite, um die Aufgabe zu meistern.
Es war uns allen ein außerordentliches Vergnügen, durch unsere Tätigkeit zum Gelingen der Mission beitragen zu können und besonders berührt hat uns das positive Feedback, das wir erhielten. Unsere kleine "Taverne zum Roten Plus" erfreute sich großer Beliebtheit und getreu dem Motto "Ohne Mampf kein Kampf" konnten wir unseren Teil beisteuern. Das war auch wirklich notwendig, denn was die Einsatzkräfte dort vor Ort leisteten, führte viele an die Grenzen und auch darüber hinaus. Wieder und wieder flammte es im Inneren des Silos auf, wieder und wieder warfen sich die Feuerwehrleute dem Roten Hahn im Innen- und Außenangriff entgegen.
Wir ersparen es uns, die einzelnen Einheiten hier aufzuzählen, es waren so viele... aber RIESIGEN DANK an alle, die sich hier ins Zeug gelegt haben, um die Gefahr abzuwenden und die Bürger zu schützen! Mag vielleicht platt klingen, aber es war uns eine Ehre, euch unterstützen zu dürfen.
Es sei noch erwähnt, dass wir bemerken, wie in letzter Zeit viel mehr Frauen in den BOS und Hilfsorganisationen tätig sind, das ist eine äußerst erfreuliche Entwicklung! Jede und Jeder, die/der sich hier engagiert, trägt zur Sicherheit der Bürger bei und hilft mit, unsere Gesellschaft lebenswert zu machen. So muss das!
